Kletteranfänger oder Menschen, die mit ihren Kindern klettern, sind mit Komplettgurten gut beraten. Anstatt des üblichen Hüftgurtes besitzt der Komplettgurt – auch unter dem Namen „Kombigurt“ bekannt; zum Unterschied kommen wir später – Arm- und Beinschlaufen sowie zwei Sicherungsschlaufen im Brustbereich, kurz: einen miteinander verbundenen Hüft- und einen Brustgurt.
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Dabei sind die Brustgurtbänder hinter dem Rücken überkreuzt, laufen über die Schultern und wieder hinunter zu den Beinschlaufen. Der Vorteil von Komplettgurten besteht in erster Linie darin, dass der Kletterer im Falle eines Sturzes nicht nach hinten kippen kann, da die Sitz- bzw. Hängeposition im Komplettgurt automatisch aufrecht stabilisiert wird. Diese wird auch durch den hohen Anseil- bzw Einbindepunkt in der Mitte des Brustkorbes, deutlich oberhalb des Körperschwerpunktes, erreicht. Neben Anfängern und Kindern wird der Komplettgurt auch im Verleih von Freizeiteinrichtungen wie Hochseilgärten, wo viele ungeübte Kletterer zu finden sind, verwendet. Nicht zuletzt kommt er in der Arbeitssicherheit zum Einsatz. Aber auch alpine Kletterer greifen oftmals auf den Komplettgurt zurück, selbst wenn es sich um geübte Kletterer handelt. Schließlich gewährleistet der hohe Anseilpunkt des Komplettgurtes selbst dann aufrechtes Hängen, wenn man einen Kletterrucksack trägt, wie dies im alpinen Bereich üblich ist.
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Allerdings beeinträchtigt der hohe Anseilpunkt des Komplettgurtes in Kombination mit der Anordnung der Beinschlaufen die Bewegungsfreiheit der Beine. Bei längerem Hängen kann zudem die Blutzirkulation beeinträchtigt werden, weshalb Komplettgurte nie dort verwendet werden sollten, wo ein längerfristiges Hängen vorgesehen ist. Übliche Einsatzgebiete für den Komplettgurt sind daher auch Klettersteige und Gletscherbegehungen.
In der Regel sind Komplettgurte recht einfach an- und auch wieder abzulegen, da Hüft- und Brustgurt fest miteinander verbunden sind, ohne dass der Kletterer sie erst aneinander knoten muss. Viele moderne Komplettgurte sind eigentlich Kombigurtsysteme, bei denen der Sitz- und der Brustgurt nicht fest verbunden sind, sondern einzeln verwendet werden können. Oder vielmehr: Der Sitzgurt des Systems kann separat verwendet werden, da ein einzelner Brustgurt streng genommen nicht als Klettergurt infrage kommt. Schließlich gilt die Sicherung allein über die Brust als lebensgefährlich, da beim Hängen das gesamte Körpergewicht auf den Achseln liegt, was unweigerlich zum Hängetrauma führt, welches bereits nach wenigen bis spätestens zwanzig Minuten eintritt. Verwendet man jedoch die Kombination von Hüft- und Brustgurt, gilt diese als genau so sicher wie ein fest miteinander verbundener Komplettgurt. Ein Unterschied ist, dass man beim Kombigurt noch ein zusätzliches Hüftband hat, welches der fest verbundene Komplettgurt nicht benötigt.
Für Touren, die unterschiedliche Sicherungstechniken und Hängedauern vorsehen, ist deshalb sicherlich eher der wandelbare Kombigurt zu empfehlen. Für Kinder ist nach wie vor der Komplettgurt der Klettergurt der Wahl; er ist auch in der „mitwachsenden“ Variante mit voll verstellbaren Beinschlaufen und Schulterträgern erhältlich. Ein Komplettgurt sollte ebenso wie andere Klettergurte auch sehr leicht sein, über eine spezielle Kennzeichnung (z.B. farbliche Trennung) der Innen- und Außenseite der Beinschlaufen und natürlich das CE/TÜV-Prüfsiegel verfügen. Brauchbare Komplettgurte findet man schon für vierzig oder fünfzig Euro.
Für heranwachsende Kinder passt ein Kinderklettergurt